.. und immer flexibel bleiben!
Unsere Tochter will mit!
Wir hätten ja mit vielem gerechnet, nicht aber mit dem Wunsch unsere Tochter, uns auf die große Reise zu begleiten. Noch nie hat sie mit uns auch nur eine Wochenendtour gemacht, ständig waren andere Events oder Freunde wichtiger und nun kurz vor Weihnachten das. Unsere 19-jährige Tochter möchte mit ihren Eltern mit dem eigenen Motorrad auf Weltreise gehen.
Das Risiko ist uns dann aber doch zu groß, vielleicht nur auf eine Laune hin unsere Tochter mitzunehmen. Die Verlockung ist aber auch zu stark, so eine Chance einfach verstreichen zu lassen. Ein Motorrad hat sie, würde auch gut passen, denn wie Susanne fährt sie eine Transalp. Aber bisher war das Motorrad nur 2. Wahl, wenn das Auto nicht zur Verfügung stand.
So haben wir die Weihnachtstage hin und herüberlegt und haben einen Kompromiss gefunden. Wir werden Ende März mit ihr einen vollen Monat in Marokko Test-Abenteuern. Anfahrt ab Spanien auf eigener Stolle und dann zu dritt - jeder mit eigenem Motorrad - über den hohen Atlas an den Rand der Sahara, zu die schönen Pässe im Süd-Westen Tizi'n'Test und Tizi'n'Tiska, nach Ait-Benhaddoun und die Königsstädte stehen auf dem Programm.
Sollte das klappen, werden wir als Familie die Seidenstrassentour in Angriff nehmen. Der neue Zeitplan für den Start des Seidenstrassen-Abenteuers wäre dann Ende Dezember, genauer gesagt peilen wir den 2. Weihnachtsfeiertag an - in jedem Fall zu zweit oder vielleicht sogar zu dritt.
Dafür, dass wir später mit unserer Seidenstrassen-Tour loslegen, werden wir drei Monate länger bleiben und machen damit das Jahr voll. Natürlich müssen wir dann den Reiseverlauf an den geänderten (winterlichen) Startzeitpunkt anpassen: Wir starten in Krefeld Richtung Genua, dann mit der Fähre nach Tunesien, weiter über Libyen, Ägypten, Jordanien und vielleicht Syrien, wenn die arabische Revolution auch dort zu einem hoffentlich friedlichem Ende gekommen ist. Falls Syrien nicht zur Ruhe gekommen sein sollte, müssen wir eine Alternative finden, um in die Türkei auf unsere ursprüngliche Route zu kommen. Wahrscheinlich wird es der Seeweg über das Mittelmeer werden.
Die Verschiebung hat noch einen weiteren Vorteil: zum jetzigen Zeitpunkt wäre uns die Reise durch den Iran zu riskant. Weltpolitisch schaukelt es sich gerade mal wieder weiter auf und wir hätten den Iran umfahren müssen. Aber gerade der Iran ist ein Kernstück der Seidenstrasse und wir haben von so vielen Iran-Reisenden nur Gutes über ihre Reise erfahren. Vielleicht spielt hier die Zeit uns mal in die Hände, so wie hoffentlich auch in Syrien.
So, alles weitere in den nächsten Tagen, auch zur Vorbereitung unserer Marokko-Tour.

Noch auf ihrem ersten Moped, einer Derbi 125, beim Ausüben der bürgerlichen Pflichten ;-)
Auch im Winter auf Spur
Was tut man an einem sonnigen, eiskalten Freitag mittag? Wir jedenfalls kramten unser Zelt heraus und machten uns auf zum AufSpur Wintertreffen! Bis Sonntag bedeutete das nette Gespräche mit netten Leuten, die am Lagerfeuer den Glühwein in Strömen und die Würstchen am Meter verputzten und Samstag nachmittag gab es einige richtig schöne Vorträge von "Mitstreitern". Bruno und seine Freunde haben für alles gesorgt - inklusive selstgebackenem Kuchen und Plätzchen, die die Runde machten. Jetzt kann Weihnachten kommen ...
Viel Schein(e) fürs Sein
Die Jahreszeit passt jetzt eigentlich, um sich um den Papierkram zu kümmern. Der erste Gang war der ins Rathaus, um uns beiden jeweils einen zweiten Reisepass zu besorgen (je 59 €). Das ist völlig legitim, wenn man eine sogenannte "Visa-Unverträglichkeit" oder eine sonstige Notwendigkeit nachweisen kann. Das kann sich so darstellen: Mit einem Einreisestempel Israels im Pass muss man es z.B. an der syrischen Grenze erst gar nicht versuchen! Dazu kommt, dass wir uns die Option erhalten wollen (oder müssen), auch von unterwegs einen Pass wegen Visabesorgung entbehren zu können. Dann haben wir immer noch einen zweiten "am Mann".
Dann ging es ins Straßenverkehrsamt, mittlerweile die unterhaltsamste Behörde, die ich kenne. Wie oft ist es mir bei Zulassungen, z.B. meiner Beta, passiert, dass irgendwas nicht geht oder fehlt oder dass in diesem Fall das Motorrad gar nicht gibt, weil die Papiere in italienisch ausgestellt waren und nicht die gleichen Zeilennummern hatten wie die deutschen Dinger :-)
Na, jedenfalls brauchen wir int. Führerscheine. Vor dessen Beantragung hat der Herr die Beantragung eines Kartenführerscheins gestellt, den wir natürlich nicht haben. Also, hierfür erst einmal je 24 € auf den Tisch des Hauses. Nach zwei Wochen waren sie dann abholbereit, die anschließende Ausstellung der int. Führerscheine (je 11,50 €) kann dann direkt vor Ort geschehen. Wenn man dafür Passbilder mit hat. Die ich natürlich nicht mithatte.
Nach haderndem Schweigen meinerseits vor dem Schreibtisch des Sachbearbeiters kam dieser auf die Idee: Dann nehme ich eben die aus dem Führerscheinantrag. Sprach´s und griff ganz flexibel zur Schere! Na, im Amt haben die jetzt eben kein Passbild mehr von uns ...
Wunderbar, wieder ein Papier mehr, und wo ich gerade dabei war, ging ich erwartungsvoll sechs Zimmer weiter, um int. KFZ-Scheine zu ergattern. Ich habe eigentlich gar keine richtige Ahnung, wofür die gut sind, aber ich bin halt in Deutschland geboren und kann auch nicht aus meiner Haut :-)
Die Aussage der Dame am Schalter: Sowas gibt es nicht. Ich: Doch, aber sicher gibt es sowas. Die Dame: Davon habe ich noch nie gehört, was meinst Du, Ute? Ihr Gegenüber: Nein, sowas braucht man auch nicht. Sie haben ja den deutschen Schein, da steht alles drin. Ich: Und in China können sie den nicht lesen. Sie: Ach, Sie wollen nach China? Ich rufe mal meinen Chef an, aber so einen Schein gibt es nicht.
Also, der Chef hatte die Vordrucke in seinem Schreibtisch. Ich also wieder zwei Zimmer weiter, Ute im Schlepp ("Da kann ich ja noch was lernen!"). Auf meine Frage, wie lange die Dinger denn gültig sind (je 11,50 €) meint er: Ein Jahr, längstens aber bis zur nächsten TÜV-Fälligkeit. Na prima, sage ich, mein TÜV-Termin ist im März, Thomas´ im Mai. Die Scheine wären also gültig bis zu dem Monat, in dem wir abfahren... Ich ließ Scheine Scheine sein und beschloss, diese Sache auf später zu verschieben.
Also: To be continued ...
Es werde Licht!
An beiden Motorrädern werden top LED-Spots angebaut. Wir verwenden je zwei LED Solstice 1100, die es in drei verschiedenen Strahlungswinkeln von 10, 15 und 45 Grad gibt. Eine Kombination aus Weit- und Breitstrahlern empfinden wir als perfekte Lösung für uns. Die Spots haben bei 10 W eine Ausbeute von 900 Lumen, besser und heller als jedes Halogen - und sie sind klein, in ausgeschaltetem Zustand unauffällig und wunderbar einfach an den verschiedensten Stellen anzubauen. Wir sind ehrlich begeistert!
Beide Lampen sind getrennt über die Zündung geschaltet, sodass sie nicht "aus Versehen" betätigt werden können.
Die Transalp bekommt ihre Spots hängend an die Sturzbügel montiert; wenn diese Stelle sich bald als zu tief erweisen sollte, dann werden sie stehend montiert, ich werde sehen, was sich als vorteilhafter erweist. Der Africa Twin werden die Spots unten an die Lampenmaske montiert. Diese Baustelle (wegen diverser anderer Elektroarbeiten) ist aber noch nicht abgeschlossen, so dass hierzu Bilder noch folgen!
Bei der Alp sieht das Ganze nun so aus - auf Nachtbilder habe ich verzichtet ;-):


Die Kippschalter bekommen wasserdichte elastische Gummiabdeckungen.

